Aktuell

Tandem Spielkreis

Tandem -Spielkreis für deutsche und ausländische Mütter
Wiesbaden. Der zweijährige Jean ist an diesem Donnerstag in seinem Element: Er rast mehrere Runden durch den großen Gemeindesaal, schnappt sich einen der Luftballons, die im Raum verteilt liegen, wirft ihn in die Luft und setzt dann zu einer weiteren Runde an. Für Jean sind die Donnerstage was Besonderes: So viel Platz zum Toben und Spielen hat der Zweieinhalbjährige selten. Er lebt mit seinen Eltern und seinem fünfjährigen Bruder derzeit in einem einzigen Zimmer - in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Otto-Wallach-Straße in Wiesbaden-Biebrich. Jean stammt aus Syrien - seine Eltern sind mit ihm und seinem Bruder aus Damaskus vor dem Bürgerkrieg geflohen.


 

Am Donnerstagvormittag ist er mit seiner Mutter Diana regelmäßig bei der Spielkreis-Gruppe von Evangelischer Gemeinde und Familienbildungsstätte. Donnerstags von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr treffen sich in der Evangelischen Albert-Schweitzer-Gemeinde Mütter mit ihren Kindern (0 bis vier Jahre). Willkommen sind alle - Flüchtlingsfrauen, Menschen mit Migrationshintergrund und deutsche Mütter. Sie alle sollen sich hier begegnen und Zeit zum Austausch haben. Das Konzept geht nach Angabe von Carla Hildebrandt von der Evangelischen Familienbildungsstätte auf: „Die Mütter haben hier Gelegenheit, Themen miteinander zu besprechen, sich über Hilfsangebote und Deutschkurse auszutauschen und andere Mütter und Kulturen kennenzulernen. Da sind die kurzen Wege einfach praktisch. Und es ist schön, dass Begegnung und Hilfe hier ineinandergreifen. “

 

Auch wenn die Kommunikation manchmal schwierig ist und man sich mit Händen und Füßen verständigen muss, klappt der Austausch. Die gemeinsame Beschäftigung mit den Kindern macht es den Frauen einfacher- denn wenn Jean ein deutsches Bilderbuch anschaut, lernt Mutter Diana die Sprache gleich mit.
Eine der Frauen, Sofana aus Aleppo, ist schwanger, ihr Kind kommt im April auf die Welt. Ihre Fluchtgeschichte ist bedrückend: Trotz der Schwangerschaft ist sie mit ihrem Mann von der Türkei über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland geflohen. Sie spricht nur ein paar Brocken deutsch, doch in der Gruppe fühlt sie sich aufgehoben - für die vielen Ratschläge und Tipps von den anderen Müttern ist sie dankbar. Es sei hier natürlich alles anders als in der syrischen Heimat, sagt sie. Umso schöner findet sie es deswegen, das Mutterwerden mit anderen Frauen teilen zu können.

 

Geleitet wird der Spielkreis von der aus Schweden stammenden Diplom-Pädagogin Pia Svendsen – sie sorgt für Kaffee und Kuchen, Spielzeug und malt und bastelt mit den Kindern, damit die Mütter ein bisschen Zeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Neben Diana und Sofane aus Syrien kommen Meliha aus Serbien und Sarah aus Mainz regelmäßig in den Spielkreis. Die 36-Jährige aus Mainz-Laubenheim beendet in wenigen Wochen ihre Elternzeit und wird keine Zeit mehr für die Gruppe in Biebrich haben. Sie hofft aber, dass der ein oder andere Kontakt zu den ausländischen Müttern bleibt, dass man sich etwa mal zum Spazierengehen mit den Kindern im Park treffen kann.
Carla Hildebrandt würde sich deswegen wünschen, dass mehr deutsche Mütter mit ihren Kindern kommen – gerne auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft in Biebrich: „Es wäre einfach schön, wenn sich dann auch längerfristige Bekanntschaften zwischen den Frauen entwickeln.“

Die Spielkreis-Gruppe – jeden Donnerstag von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr in den Räumen der Evangelischen Albert-Schweitzer-Gemeinde (Albert-Schweitzer-Allee 44) – ist für alle Mütter oder werdende Mütter ohne Anmeldung offen. Kontakt und Information: Evangelische Familienbildungsstätte, Telefon 0611-52 40 15 Mail: dr.hildebrandt@familienbildung-wi.de.

Bildunterzeile (Fotos: Andrea Wagenknecht/Ev. Dekanat Wiesbaden):
Mütter und Kinder im Spielkreis

Gemeinde-Fusion

Aus zwei mach eins: Biebricher Gemeinden fusionieren

Die Evangelische Hauptkirchengemeinde und die Albert-Schweizer-Gemeinde machen sich ab jetzt gemeinsam auf den Weg: Die beiden Biebricher Gemeinden werden künftig unter dem noch provisorischen und etwas sperrigen Namen „Evangelische Albert-Schweitzer- und Hauptkirchengemeinde“ firmieren. Am Sonntag (17. Januar) haben die Gemeinden zum Auftakt ihres Zusammenschlusses einen Gottesdienst in der Biebricher Hauptkirche am Schlosspark gefeiert. Zum Empfang hat dann die Albert-Schweitzer-Gemeinde ihre Türen geöffnet.
 Symbole, die für das Profil jeder Gemeinde stehen, liegen auf einem Tisch vor dem Altar: ein bunter Regenschirm, ein Salvador-Kreuz, eine Gitarre, eine Tonfigur, Dietrich Bonhoeffers Glaubensbekenntnis und eine Miniatur-Hauptkirche. All die Dinge stehen für das, was beide Gemeinden auf den nun gemeinsamen Weg mitbringen: Eine lebendige Kita, vielfältige Kirchenmusik und einen außergewöhnlich schönen Kirchenraum zeichnen die Hauptkirchengemeinde aus. Die Albert-Schweitzer-Gemeinde steht unter anderem für ihre (Welt)-Offenheit, ihr Engagement in der Flüchtlingsarbeit und das Thema „Eine Welt“.
 Pfarrerin Claudia Strunk, die mit Pfarrer Roland Falk, den Kirchenvorständen der Gemeinden, dem Posaunenchor unter Leitung von Kilian Düring und Organist Jens Ronneburg den Gottesdienst gestaltet, sagt in ihrer Predigt: „Wir machen uns auf den Weg zu einem gemeinsamen Weg. Ich hoffe, dass auf dem gemeinsamen Weg viel Neues entsteht und sich das Gesicht von Biebrich ein kleines Stück verändern wird. Und ich fände es schön, wenn wir in zehn Jahren sagen können: Das hätten wir so mit unseren Kräften alleine nicht geschafft.“
 Eine dreijährige Kirchensoziologische Studie ist der Fusion der beiden Gemeinden vorausgegangen. Im Rahmen dieser Studie haben alle sechs Biebricher Gemeinden ihre Grenzen überdacht und Formen der gemeindlichen Zusammenarbeit erprobt und erarbeitet. Dabei sollte es – im Hinblick auf die stetig sinkenden Gemeindemitgliederzahlen – nicht nur darum gehen, Ressourcen besser zu bündeln und Synergien zu nutzen, sondern Ziel war es immer, herauszuarbeiten, wie Evangelische Kirche in Biebrich weiterhin einladend gestaltet werden kann. Herausgekommen ist neben der Fusion unter anderem ein gemeinsames Gebäudemanagement, zum Teil gemeinsame öffentlichen Auftritte in den Medien, gemeinsame Jugend- und Konfirmandenarbeit sowie die pfarrdienstliche Kooperation der drei Biebricher Berg-Gemeinden (Lukas-, Heilig-Geist- und Markuskirchengemeinde).
Die Fusion im Detail:
Die volle Pfarrstelle der bisherigen Hauptkirchengemeinde (Pfarrerin Claudia Strunk) und die halbe der bisherigen Albert-Schweitzer-Gemeinde (derzeit vakant, vertreten von Pfarrer Roland Falk) bleiben erhalten. Die beiden in diesem Jahr gewählten Kirchenvorstände bilden seit dem 1. Januar den neuen gemeinsamen Kirchenvorstand für die im Herbst vergangenen Jahres begonnene sechsjährige Amtszeit. Die Verwaltung der neuen Gemeinde wird künftig in der Elise-Kirchner-Straße 15 sein. Es ist geplant, das Gemeindebüro im Bereich der bisherigen Albert-Schweitzer-Gemeinde zumindest stundenweise weiterzuführen.
Die neue Gemeinde wird zwei Predigtstellen haben: die Hauptkirche und das Albert-Schweitzer-Gemeindezentrum. Die regulären Gottesdienste werden in einem bestimmten Turnus auf die beiden Predigtstellen verteilt: erster Sonntag im Monat um 10 Uhr in der Hauptkirche, zweiter Sonntag im Monat um 10 Uhr im Albert-Schweitzer-Gemeindezentrum, dritter Sonntag im Monat um 10 Uhr in der Hauptkirche, vierter Sonntag im Monat zwei Gottesdienste jeweils um 10 Uhr in der Hauptkirche und dem Albert-Schweitzer-Gemeindezentrum, fünfter Sonntag im Monat um 17 Uhr abwechselnd in der Hauptkirche und im Albert-Schweitzer-Gemeindezentrum. Informationen dazu im Gemeindebrief oder auf den Internetseiten der Gemeinden.
In der Präambel des Vertrages zur Fusion wird folgendes Ziel benannt: „Die Vereinbarung fußt auf der Zuversicht, durch eine gute Gemeinschaft und eine vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit in der neuen Gemeinde, in all ihren Gliederungen und Gremien einen Beitrag zum Bau des Reiches Gottes leisten und so auch ihren diakonischen und sozialen Auftrag wahrnehmen zu können. Die neue Gemeinde fühlt sich besonders dem konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung verpflichtet.“



 

Come TOGETHER

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Staße Haltestelle

ESWE-Buslinie 14, Haltestelle Nansenstrasse
Parkmöglichkeiten vorhanden

Albert-Schweitzer-Gemeinde

Seniorentanz - Erlebnistanz - für jung und alt

Wir sind ein Tanzkreis der Evangelischen Albert-Schweitzer-Gemeinde, der sich regelmäßig jeden 1. und 3. Montag im Monat trifft. Die Tänze, die wir tanzen, sind Folklore aus aller Welt, aber auch geselliger und meditativer Art. Man braucht etwas Liebe zur Musik, ein bisschen Rhythmusgefühl und Spaß, das alles mit anderen zu teilen.

Tanzen spendet Lebensfreude, ist gesund, hält Kreislauf und Gelenke in Schwung und vieles mehr.

Jedermann und jede Frau - gleich welchen Alters ist eingeladen, uns kennen zu lernen. Machen Sie den ersten Schritt - der zweite wird Ihnen gezeigt!

Wenn Sie Fragen haben rufen Sie an:
Edith Schulte: 0611-694754

Zum Freiwilligentag:

Ins Leben gerufen von Frau Ministerin Schröder wurde am 2.10. ein bundesweiter Freiwilligentag durchgeführt. Die Albert-Schweitzer-Gemeinde. hatte sich entschlossen, dabei mitzuwirken und in Kooperation mit dem Diakonischen Werk einen Sitzplatz im Freien einzurichten. Zwei Freiwillige, Studenten der Fachhochschule, waren zu uns gekommen, um gemeinsam mit Herrn Merkel (dem stellv. Leiter des Diak. Werkes Wiesbaden), Herrn Malki, Frau Burg, Frau Calsen und Herrn Harzer, diese Sitzgruppe aufzustellen und bei der Gelegenheit auch verschiedene Arbeiten auf dem Geländer der Gemeinde vorzunehmen. Es war ein regnerischer, aber erfolgreicher Tag, der allen viel Spaß gemacht hat. Die Sitzgruppe wurde bezahlt vom Diakonischen Werk und ist bestimmt für alle Gemeindeglieder, insbesondere auch für die Demenzbetreuungsgruppe.
Sehen Sie hier unten einen Fotostapel von dem Freiwilligentag in unserer Gemeinde.

Willkommen im Leben

So denke ich oft, wenn ich zu Besuch bei einer Familie bin, deren kleines Kind getauft werden soll. Willkommen im Leben - mit deinen Eltern und Geschwistern, mit einer Familie und hoffentlich vielen Freunden. Aber auch Willkommen im Leben mit Gott, als Kind Gottes und als Glied seiner weltweiten Gemeinde. Willkommen, auch in deiner Kirchengemeinde. Wir freuen uns über jedes Kind, und natürlich auch jeden Erwachsenen, der durch die Taufe in die Gemeinde aufgenommen wird.



Wichtig ist dieses Willkommen, denn leider ist nicht jeder Mensch, auch nicht jeder kleine, im Leben wirklich willkommen. Die täglichen Schlagzeilen über Kinderschicksale in Deutschland machen dies deutlich. Nicht jeder Mensch hat und bekommt das, was er oder sie zum Leben braucht – sei es Liebe, Verständnis und Geborgenheit, eine gute Erziehung und Ausbildung oder einfach das Lebensnotwendige.

Willkommen im Leben - das möchte ich auch den jungen Menschen sagen, und mitgeben auf ihren Lebensweg, die dieses Jahr zu unserer neuen Konfirmandengruppe gehören. Mädchen und Jungen, die das Leben vor sich haben - trotz aller eigenen Unsicherheit, trotz der Ungewissheiten über das, was man einmal werden möchte und werden kann.
Du bist willkommen in deiner Gemeinde, du bist willkommen bei Gott, das ist das, was sie hoffentlich in ihrer Konfirmandenzeit erfahren werden. Du bist gewollt, du wirst geliebt. Du bist willkommen, so wie du bist.

Ein Lied, das wir auf unserer ersten Konfirmandenfreizeit - dem „Konfi-Camp“ - oft gesungen haben, passt dazu:

 

Vergiss es nie, dass du lebst war keine eigene Idee,
und dass du atmest, kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie, dass du lebst war eines anderen Idee,
und dass du atmest, sein Geschenk an dich!

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur!
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.

Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou, du bist du.

Jürgen Werth

EKHN | Evangelische Kirche in Hessen und Nassau


Die tägliche Losung

Die "
Evangelische Brüder-Unität/ Herrnhuter Brüdergemeinde" sorgt dafür, dass jedes Jahr die täglichen Losungen und Lehrtexte in rund 50 Sprachen erscheinen. Bekannt ist diese kleine Gemeinschaft auch durch die Herrnhuter Sterne, die zur Advents- und Weihnachtszeit in vielen Wohnungen und Kirchen leuchten.

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen
am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen
in das gelobte Land.



Vertraut den neuen Wegen
und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen
für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten
das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten,
wo er uns will und braucht.



Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.

Text: Klaus Peter Hertzsch 1989
Melodie: Lob Gott getrost mit Singen (Nr. 243)